Lügen haben kurze Flossen

Vor 30 Jahren trat ein kleiner Fisch im schillernden Schuppenkleid eine Reise an,
die ihn rund um die Welt führte. Marcus Pfister spricht mit uns über den Regenbogenfisch und sein neues Buch, in dem gelogen wird, dass sich die Balken biegen!

30 Jahre Regenbogenfisch! Viele Kinder sind mit dem schillernden Helden aufgewachsen und haben unterdessen bereits selber Kinder, denen sie seine Abenteuer vorlesen. Wie fühlt es sich an, wenn die eigenen Geschichten von Generation zu Generation weitergegeben werden?

Marcus Pfister: Es ist ein schönes Gefühl! Gerade in der heutigen, sehr kurzlebigen Zeit, ist es wertvoll, wenn etwas bleibt von dem, was man erschaffen hat.

Begegnest du dem Regenbogenfisch manchmal unerwartet im Alltag?

Vor allem auf den sozialen Medien begegne ich ihm oftmals überraschend. Da erreichen mich immer wieder unerwartete Meldungen, die von überall auf der Welt zu mir finden.

Was war der exotischste Ort, an dem er dir begegnet ist?

Das war in Nepal. Shanta Dixit hat bei mir angefragt, ob sie das Buch ins Nepali übersetzen darf, und mich dann zu einem kleinen Buchfestival nach Kathmandu eingeladen.

Wirst du als Vater des Regenbogenfischs erkannt?

Vom Namen her, ja. Wenn ich mich ausweisen oder meinen Namen nennen muss, kommt es vor, dass ich darauf angesprochen werde.

Das Buch soll ein Anstoss

zu Diskussionen und Gesprächen sein.

Marcus Pfister

Im neuen Abenteuer geht es um Lügengeschichten. Wieso ist dieses Thema für Kinder so wichtig?

Leider ist es so, dass man nicht jede Information bedingungslos glauben kann. Ich denke, das war auch früher ein Thema, hat jedoch in jüngerer Zeit zunehmende Bedeutung erlangt. Gerade Kinder, in ihrer Offenheit und Gutgläubigkeit, sollten darauf vorbereitet werden. Das Buch soll ein Anstoss zu Diskussionen und Gesprächen sein.

In der neuen Geschichte fällt der Schwarm auf Fisch Humbrecht herein, der Blödsinn erzählt und Angst verbreitet. Der Regenbogenfisch stellt ihn zur Rede. Dafür braucht es ganz schön viel Mut, oder? 

Nicht alle Fische glauben die wilden Geschichten von Humbrecht. Aber es reicht, dass er damit im Schwarm Unsicherheit erzeugt. Es ist wichtig, die Dinge richtig zu stellen und nicht einfach zu schweigen. 

Dieses Thema hat derzeit hohe Aktualität. Bilderbuchfiguren sind auch immer Identifikationsfiguren. Was wünschst du dir, gucken sich Kinder in dieser Situation vom Regenbogenfisch ab?

Ich wünsche mir, dass sie den Mut haben, Stellung zu beziehen und sich zu äussern – und ihnen die neue Geschichte vom Regenbogenfisch dabei hilft.

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