Ein Atelierbesuch bei Katja Alves
Katja Alves arbeitete in verschiedenen Berufen, unter anderem als Buchhändlerin, Journalistin, Fernseh- und Rundfunkredaktorin. Heute ist sie hauptsächlich als Kinderbuchlektorin und Autorin von Kinderromanen und Hörspielen tätig. Vor kurzem erschien ihr neues Bilderbuch im NordSüd Verlag: Heidi und die verschwundenen Geißen. In Zusammenarbeit mit Illustratorin Taltal Levi entstanden, erzählt dieses Bilderbuch nun ein gänzlich neues Abenteuer rund um Heidi, Klara und Peter. Anna Freytag durfte Katja Alves in Zürich besuchen und einen Blick in ihr Atelier werfen.

Katja Alves empfängt mich an der Bushaltestelle, bevor wir den kurzen Weg zu der Roten Fabrik gehen. Ihr Atelier mit Seeblick ist einladend, bunt, hell und mit vielen Kunstwerken an den Wänden geschmückt. Das Herzstück des Raums? Ein großer Schreibtisch, auf dem schon das Bilderbuch griffbereit liegt.
In diesem neuen Abenteuer begleiten wir Heidi und ihre Freundin Klara, die den Sommer hoch oben auf der Alp verbringen. Doch eines Nachts beschädigt ein Sturm das Dach von Großvaters Hütte. Als dann auch noch die Geißen Schwänli und Bärli verschwinden, beginnt für die Mädchen zusammen mit ihrem Freund dem Geißenpeter, eine abenteuerliche Suche.
Katja, Heidi ist die bekannteste Kinderbuchfigur der Schweiz und du lässt sie ein neues Abenteuer erleben. Wo hast du für die neue Geschichte angesetzt?
Mein Ansatz war, die Geschichte in Heidis Welt, in den Bergen zu verorten. Mir war wichtig, dass auch Peter und Klara eine tragende Rolle erhalten. Dass die Kinder das Abenteuer gemeinsam erleben.
Nachdem ich die Nacherzählung für das Bilderbuch geschrieben hatte, war es für mich ein großes Vergnügen und eine spannende Herausforderung, eine völlig neue und eigene Heidi-Geschichte zu entwickeln, natürlich mit dem nötigen Respekt zur Vorlage.
Katja Alves
Was fasziniert Kinder und Erwachsene bis heute an der Figur Heidi?
Heidi ist ein resilientes Kind. Es wird ihr ja schon ziemlich viel zugemutet. Trotzdem setzt sie sich gegen alle Widrigkeiten durch und bleibt dabei sich selbst. Sie erreicht ihre Ziele auf eine sehr charmante und liebenswürdige Art.
Wieso ist gerade Heidi als Figur auch im 21. Jahrhundert noch relevant?
Weil die Grundthemen der Heidi-Geschichte zeitlos sind. Heimweh, Freundschaft, Hilfsbereitschaft und natürlich auch die Verbundenheit mit der Natur.


Wie hast du dich der literarischen Vorlage genähert?
Heidi begleitet mich schon seit geraumer Zeit. Meine erste Heidi Nacherzählung für das Bilderbuch habe ich bereits vor über 20 Jahren geschrieben. Seither sind weitere dazugekommen, was dazu geführt hat, dass ich den Stoff nie aus den Augen verloren habe.
Was ist deine liebste Erinnerung an Heidi?
Meine Großmutter besaß das Buch mit den eingeklebten Silva-Punkt-Sammelbildchen. Noch bevor ich lesen konnte, vertiefte ich mich in die großartigen Bilder von Martha Pfannenschmid, und reimte mir so meine eigene Geschichte zusammen.
Die Liste deiner Publikationen ist bemerkenswert und jeder Titel hält bestimmt einen besonderen Platz in deinem Herzen. Was macht das neue Heidi-Buch für dich persönlich zu etwas Besonderem?
Nachdem ich die Nacherzählung für das Bilderbuch geschrieben hatte, war es für mich ein großes Vergnügen und eine spannende Herausforderung, eine völlig neue und eigene Heidi-Geschichte zu entwickeln, natürlich mit dem nötigen Respekt zur Vorlage.

Vielen Dank für den herzlichen Empfang!
