Dieses Küken hält nie den Schnabel!

Piep! Piep! Unsere Kolleginnen von NorthSouth Books haben die Bilderbuch-Künstlerin Janie Bynum auf eine kleine Plauderei getroffen.

Janie Bynum wuchs in Texas auf. Sie schloss ein Bachelorstudium in Grafikdesign mit Schwerpunkt Illustration ab und hat seitdem viele liebenswerte Charaktere und Geschichten für Kinder geschaffen. Janie reist gern und taucht dabei in fremde Kulturen ein. Fremde Menschen, Landschaften und Esskulturen bilden eine wichtige Inspirationsquelle für ihre Arbeit. Bei ihren Freundinnen und Freunden gilt Janie als Nomadin, lebt aber bis auf Weiteres in einem märchenhaften, fast 100 Jahre alten Haus in Michigan. 

Warst du als Kind auch ein Plapperküken?
Neugierig, kreativ, mitteilsam und entschlossen. Diese Charakterzüge haben das Plapperküken und ich gemeinsam. Als Kind war ich immer auf Abenteuer aus, egal ob in Wirklichkeit oder in meiner Fantasie. Ich bin die Jüngste in meiner Familie, meine Schwester ist vier Jahre älter als ich. Deshalb habe mich mich viel mit mir selbst beschäftigt, wenn ich gerade nicht mit den Nachbarskindern spielte. Ständig baute ich etwas Neues aus zufälligen Fundstücken. Damals hatte ich keine Ahnung, dass sowas Upcycling heißt! Ich wuchs in einem Vorort von Dallas auf, verbrachte aber viel Zeit auf der Farm meiner Großeltern im Osten von Texas. Weil ich oft an Bächen und auf Weiden spielte, brachte ich ab und zu auch «nicht-menschliche» Freunde mit nach Hause.

Hast du selbst Hühner?
Ich wünschte, das könnte ich! Auf der Farm unserer Verwandten gab es Hühner, und meine Eltern haben einen Hühnerstall, den meine Schwester und ich ihnen geschenkt haben, als sie sich auf ihrer eigenen Farm zur Ruhe setzten. Ich habe es geliebt, Eier zu sammeln. Besonders die pastellblauen Eier von Ameraucana-Hühnern. 

Janie Bynum Studio

Welche Technik hast du für die Illustrationen benutzt?
Wie meistens habe ich mit einer Mischung aus digitalen Techniken und traditioneller Wasserfarbe gearbeitet. Für das »Plapperküken« kamen mein iPad und eine App namens Procreate zum Einsatz. Photoshop benutze ich an meinem Desktop-Computer mit großem Bildschirm. Für manche Stellen habe ich Wasserfarbe benutzt und dann mithilfe von Photoshop-Ebenen die Struktur von Papier und Farben ergänzt, um den digitalen Farben mehr Tiefe zu verleihen. 

Arbeitest du in einem Studio oder von zu Hause?
Im Prinzip lebe ich momentan in meinem Studio. Das heißt: Eigentlich hat mein Arbeitsbereich mein Haus komplett in Beschlag genommen. Ich arbeite an verschiedenen Plätzen, je nachdem, welches Werkzeug ich gerade brauche. Es kann ein großer, bequemer Sessel am Kaminfeuer sein, wenn ich mit dem iPad zeichne. Wenn ich am großen Bildschirm zeichne, dann mache ich das im Wintergarten oder, wenn es dort zu kalt ist, in einer Ecke meines Wohnzimmers. Für die Arbeit mit Wasserfarben gibt es einen Zeichentisch im Gästezimmer. 

»Das Plapperküken« ist ein unglaublich süßes Buch, aber eben nicht nur süß. War das eine bewusste Entscheidung? Landeten anfangs Ideen im Papierkorb, die dir einfach zu süß waren?
Das fasst ziemlich gut den Blick zusammen, den ich auf meine Hauptfiguren habe – sie sind süß, aber eben nicht nur. Das Plapperküken ist einem Kleinkind nachempfunden, und die sind ja auch nicht immer NUR süß. In diesem Sinne war es also schon eine bewusste Entscheidung. Und die Geschichte ist eine realistische Darstellung einmal aus der Perspektive eines lebhaften, gesprächigen Kindes und einmal aus der Perspektive der restlichen Familienmitglieder, die am Rande der Erschöpfung sind. Natürlich lieben sie alle das Plapperküken und reden auch viel mit ihm – aber alles hat seine Grenzen. 

Woran arbeitest du jetzt?
Ich schreibe und skizziere gerade eine Geschichte über einen sehr kreativen Käfer.

Piep! Piep! Danke Janie, dass du mit uns geplappert hast.