Jon und Mac auf großer Fahrt

Eine Nominierung für den Deutschen Jugendliteraturpreis ist immer ein Grund zur Freude. In diesem Jahr aber ganz besonders, weil sie uns ein Anlass war, das Autoren-/Illustratorenduo Jon Klassen und Mac Barnett nach Frankfurt zu holen. Und damit sich die weite Anreise auch lohnt, haben wir gleich eine ganze Lesereise angeschlossen.

Los ging es am ersten Tag der Frankfurter Buchmesse mit einem Termin der besonderen Art: Da Kanada im nächsten Jahr Gastland auf der Messe sein wird, unterstützt die kanadische Botschaft schon in diesem Jahr Literatur kanadischer Autor*innen durch Förderprogramme. Daher durfte ein Treffen zwischen Jon, der aus Kanada stammt, und dem kanadischen Botschafter natürlich im Messeprogramm nicht fehlen.

Am Donnerstag stand dann eine Lesung im berühmten Lesezelt auf dem Programm. Jon und Mac genossen ihren Auftritt und waren von dem zum Event gereichten Tee beeindruckt. Anschließend ging es weiter zum Signieren in die Signierbox, hier konnte auch strömender Regen die Fans nicht davon abhalten, Schlange zu stehen um Bücher signiert zu bekommen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Frage, wie man drei englische Schulklassen mit ca. 90 Kindern im Alter von ca. 6 Jahren für eine Stunde praktisch ruhigstellt. Die Antwort: Man stelle diese beiden Ausnahmetalente auf die Bühne und lasse sie aus ihren Büchern erzählen. Die Kinder waren völlig in ihren Bann gezogen, haben wunderbar reflektierte Fragen gestellt und sich zum Beispiel sehr vergnüglich mit der Frage auseinandergesetzt, ob Quadrat denn nun ein Genie ist. Oder eben nicht. Auch Macs Wolfsstimme muss man dringend gehört haben. Man kann die Bauchschmerzen fast am eigenen Leib spüren, wenn er so wunderbar jault und jammert.

Nachmittags war es Zeit für die Signierstunde am NordSüd-Stand. Hier haben Jon und Mac wirklich wie die Weltmeister signiert und auch den größten Ansturm bravourös gemeistert. Alle Interessierten, die in der Schlange standen, bekamen nicht nur ihre Bücher signiert und mit einer kleinen Zeichnung versehen, sondern konnten immer auch ein paar persönliche Worte austauschen.

Bei der abendlichen Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises gingen wir zwar leer aus, das hat der Stimmung aber keinen Abbruch getan. Jon und Mac haben sich im Kreise der Nominierten sehr wohl gefühlt und die Gelegenheit zum regen Austausch genutzt.

Nach Frankfurt stand als nächstes Berlin auf dem Reiseplan. Jon kannte die Stadt bereits und freute sich sehr auf den zweiten Besuch. Für Mac war es das erste Mal. Unser Vertriebschef hatte einen sehr detaillierten Zeitplan ausgearbeitet. Wir besuchten an einem Tag fünf ausgesuchte Buchhandlungen. Ganz im Sinne der sehr vielfältigen Buchhandelslandschaft war alles dabei, vom großen Buchkaufhaus über die kleinere Buchhandlung mit angeschlossener Druckwerkstatt oder der sehr spezialisierten Kiezbuchhandlung. Es wurden fleißig Bücher signiert, Fotos gemacht und Kundenanfragen beantwortet.  Alle Beteiligten hatten sichtlich Spaß an diesem Tag voller interessanter Begegnungen.

Als letzte Station ging es weiter in die Schweiz. Jon und Mac hielten einen Vortrag vor Studierenden der Hochschule Luzern im Studiengang Illustration. Wer sich schon immer gefragt hat, warum Dreieck etwas heimtückisch aussieht, ob Quadrat denn nun langweilig oder doch genial ist und warum Kreis im Gegensatz zu den anderen beiden Charakteren keine Beine hat, kam hier voll auf seine Kosten. Und ganz allgemein wurde zudem geklärt, warum es so viel Spaß macht, mit Erwartungen an einen Text zu spielen und dass es einen sehr wichtigen Unterschied zwischen einer Moral und einer Botschaft gibt.

Der Abschluss dieser wirklich außergewöhnlichen Lesereise konnte nur im Verlag bei typisch Schweizer Käsefondue stattfinden. Sehr zur allgemeinen Zufriedenheit.

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal!