Vorhang auf für Taltal Levi!

Taltal Levi

Talentierte Illustrator*innen zu entdecken und zu fördern, ist eine der schönsten Aufgaben in einem Verlag. Gleich vier junge Künstlerinnen sind in unserem aktuellen Programm zu finden. Wir stellen euch diese in einer Blog-Serie näher vor. Wir sprachen mit Taltal Levi über ihr erstes Bilderbuch »Ein Fingerhut voll Mut«.

Taltal Levi stammt aus Israel und hat an der Hochschule für Gestaltung Luzern Illustration studiert. Schon als Kind liebte sie es zu zeichnen, um der langweiligen Realität zu entfliehen. Sie hat eine Vorliebe für Geschichten mit fantastischen Elementen, in denen die Figuren ihre Verletzlichkeit annehmen und Herausforderungen meistern. 2019 ist Taltal Levi für den Serafina Nachwuchspreis Illustration nominiert.

NordSüd Verlag: Liebe Taltal, du bist in Israel aufgewachsen. Inspiriert dich deine Kindheit in deiner Arbeit als Illustratorin?

Taltal Levi: Es war nicht unbedingt das Land Israel selber, welches mich inspirierte. Vielmehr prägte mich das Aufwachsen in der Natur von Galiläa und der grosse Garten rund um unser Haus. Zudem war ich immer von Katzen umgeben und so entwickelte ich eine starke Zuneigung zu diesen neugierigen Tieren. Deshalb bin ich auch ein bisschen besessen davon, Katzen zu zeichnen.

NSV: Welche Bedeutung hat dein Vorname Taltal?

TL: Tal ist ein weit verbreiteter Name in Israel und er bedeutet Morgentau. Mein Name Taltal finden einige Menschen eigenartig, weil er übersetzt Locke bedeutet und unbekannt ist.

Taltal Levi an ihrem Arbeitsplatz.

NSV: Warum bist du in die Schweiz gezogen? Und was waren deine ersten Eindrücke von der Schweiz?

TS: Ich bin nach Basel gezogen, weil ich dort mein Kunststudium beginnen konnte. Danach wechselte ich nach Luzern und studierte Illustration an der Hochschule Luzern. Besonders gefreut habe ich mich, als ich die riesige Auswahl an unterschiedlichen und köstlichen Käse im Supermarkt entdeckte. Dieses Schweiz-Klischee hat sich für mich also bestätigt.

NSV: Was hat dich zu »Ein Fingerhut voll Mut« inspiriert?

TL: Als ich klein war, war ich fasziniert von altmodischen Feen-Geschichten mit winzigen Protagonisten. Ich bin dann in Büsche gekrochen und hab mir kleine Schlupfwinkel zum Verstecken gesucht, in welchen ich mich als kleine Waldkreatur fühlen konnte. Als ich mit »Ein Fingerhut voll Mut« begann, wollte ich diese Gefühle noch einmal spüren, der Geschichte aber einen modernen Twist geben. Mit der Zeit wurden auch die Themen Angst, Mut und Freundschaft für mich sehr wichtig und auch der Katzencharakter fand seinen Weg in die Geschichte.

NSV: »Ein Fingerhut voll Mut« war dein Abschlussprojekt an der Hochschule Luzern. Wie hat der NordSüd Verlag von deinem Projekt gehört?

TL: Der Verleger Herwig Bitsche hat die Abschluss-Ausstellung der HSLU Absolventen besucht und meine Arbeit dort entdeckt. Der Rest ist Geschichte.

NSV: Wie hast du dich gefühlt, als du gehört hast, dass dein Buch im NordSüd Verlag erscheinen wird?

TL: Unglaublich glücklich und dankbar!

NSV: Mit welchen Materialien hast du in »Ein Fingerhut voll Mut« gearbeitet?

Arbeiten an einem neuen Projekt.

TL: Diese Geschichte habe ich mit Graphit- und Buntstiften umgesetzt und alles digital bearbeitet, um die Farben kräftiger zu machen. Ansonsten arbeite ich auch sehr gerne mit Wasserfarbe und Gouache.

NSV: Und an welchem Projekt arbeitest du gerade?

TL: Ich mache erneut ein Bilderbuch mit dem NordSüd Verlag! Das Storyboard für meine neue Geschichte entwickelte ich bereits an der Hochschule. Die Heldin der Geschichte ist ein kleines Mädchen, welches von zuhause wegläuft und sich auf eine Reise zum Meer macht. Unterwegs trifft sie auf einen mysteriösen Fuchs, der sich entscheidet, das Mädchen zu begleiten. So kommen die Themen Angst, Mut und Freundschaft erneut vor.